altern und geburt
Lebensart

Altern beginnt mit der Geburt

Den Jungbrunnen sucht man vergeblich. Auch wenn die Möglich­keiten mit Schön­heits­ope­ra­tionen gewaltig gestiegen sind, die damit verbun­denen Risiken auch. Wir werden trotzdem immer älter, mit Falten, mit Zipperlein hier und dort.

Ein Allge­mein­rezept für Langle­bigkeit gibt es jedoch nicht. Gut funktio­nie­rende Gesund­heits-Gene spielen unter anderem eine Rolle für ein hohes Alter. Gutes, ausge­wo­genes Essen ist unabdingbar, körper­liche Aktivi­täten, Selbst­stän­digkeit und gegen­seitige Hilfe sind wichtige Punkte für eine langes Leben. 

In Okinawa gibt es auffällig wenig Herz- und Kreis­lauf­erkran­kungen unter den Alten und die Krebsrate ist eine der niedrigsten der Welt. Wissen­schaftler fanden in Okinawa Antworten – auch in den Küchen. Die Goya-Gurke, ein warziges, dunkel­grünes Gurken­ge­wächs, leicht bitter, aber sehr vitamin­reich kommt dort regel­mäßig auf den Tisch. Gekocht wird mit wenig Fett, wenig Salz, Tofu, Gemüse, vor allem dunkel­grünes, Kräuter, Pilze, gut durch­ge­kochtes Schwei­ne­fleisch, Fisch und Meeresalgen. Die Ernährung ist insgesamt ausge­wogen und viele holen sich das Essen noch selbst aus dem Meer, oder suchen Pilze, finden Kräuter, ernten Gemüse und sind somit auch noch körperlich aktiv. Ein Glas Milch täglich, Goya-Gurken oder Rauchen?

Einige empfehlen Enthalt­samkeit. Andere rauchen und trinken, tanzen und lernen.

Jeanne Loise Calmet starb 1997 mit 122 Jahren, sie mochte Olivenöl, Knoblauch, Portwein und rauchte leiden­schaftlich gerne, mit 117 versuchte sie sich das Rauchen abzuge­wöhnen, erfolglos, ein Jahr später rauchte sie wieder. Izumi Shigechyo wurde 120 Jahre alt, sein Motto für ein langes Leben: „Früh aufstehen, am Abend einen Getrei­de­schnaps und dazu eine rauchen“, erst mit 70 fing er zu rauchen an. Grigori Nestor wurde 116 und war den Frauen zugetan, verhei­ratet war er nie. Er hat sich der nervlichen „Belastung des Famili­en­lebens“ nicht ausge­setzt und das war seiner Ansicht nach der Grund für sein langes Leben.

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Er schwor auf das tägliche Glas Milch
Maria de Jesus starb mit 115, sie lebte enthaltsam und verzichtete auf Kaffee und Alkohol, aber nach ihrem 100. Geburtstag lernte sie schreiben und lesen, sie war bis dahin Analpha­betin. Emilio Mercado del Toro wurde 115, er war leiden­schaft­licher Tänzer und überzeugt, die Bewegung hat ihn fit gehalten – und er rauchte, bis er 70 war. 2009 starb Tomoji Tanabe mit 113 Jahren. Er schwor auf das tägliche Glas Milch – auf Alkohol und Zigaretten verzichtete er und ernährte sich vor allem von Gemüse. 2009 und mit 113 starb Henry Allingham, auch er lebte asketisch. Gertrude Baines lebt bis heute in Los Angeles, sie ist jetzt 115 und hat das Geburts­tags­ständchen 2009 mit rotem Hut sicher genossen, ohne Alkohol und Zigaretten, aber mit Kuchen und Süßem. Sie ist der älteste lebende Mensch, geboren am 6. April 1894.

Gute Laune
Ein weiterer wichtiger Punkt für ein langes Leben ist nicht zu vergessen: Achtung und Respekt der Gesell­schaft und der Familie verhilft zur „Leich­tigkeit des Seins“, das erzeugt Lebens­freude und Gelas­senheit, auch wenn die Motorik der Hände irgendwann nachlässt, oder man mit dem Stock durchs Geschehen wackelt, aber das mit guter Laune, wäre ein Ziel.

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