mag nicht mehr leben
Wohlauf

Ich mag nicht mehr

Ein Alptraum für viele ist, irgendwann einmal an pumpenden, gluckernden, lebens­er­hal­tenden Maschinen zu hängen. Aber was für ein Leben ist das? Menschen, die über Monate im künst­lichen Koma dahin dämmern, kann man nicht mehr fragen.

Für den Leidenden und die Angehö­rigen. Der Wunsch in Würde zu sterben und die Angst an Apparaten hängen zu bleiben, hat Millionen Menschen motiviert, eine Patien­ten­ver­fügung zu formulieren. 

Seit einigen Jahren, sind die neuen Bestim­mungen im Gesetz zur Verbind­lichkeit von Patien­ten­ver­fü­gungen verankert. Um dem eigenen Willen entspre­chend ärztlich behandelt zu werden, kann und sollte man sich vorzeitig kümmern, warten Sie nicht zu lang. Natürlich denken wir nicht gerne an den Tod, der Zeitpunkt dafür ist nie passend. Erschüt­ternde Berichte von qualvoll Sterbenden lassen uns immer wieder aufschrecken. Die Italie­nerin Eluana Englarios lag nach einem Autounfall 17 Jahre im Koma, nach zwei Jahren war klar, die Schäden sind irrever­sibel. Ihr Vater kämpfte jahrelang gegen Gesetze, für das Sterbe­recht seiner Tochter. Ein Urteil in Mailand gab ihm Recht und das Verfas­sungs­ge­richt in Rom bestä­tigte die Entscheidung. Im Februar 2009 durfte Eluana Englarios sterben.

Um dem eigenen Willen entspre­chend ärztlich behandelt zu werden, kann und sollte man sich vorzeitig kümmern

Ein Zettel mit Ihrer Willens­er­klärung reicht nicht. Mit einer Patien­ten­ver­fügung bestimmen Sie Ihre Behandlung im Krank­heitsfall. Mit einer Vorsor­ge­voll­macht bestimmen Sie Bevoll­mäch­tigte, die im Ernstfall dafür sorgen, dass Ihrem Wunsch gemäss, in der Gesund­heits­sorge, gehandelt wird. Mit einer Betreu­ungs­ver­fügung ermäch­tigen Sie eine Person, die als gesetz­licher Betreuer auch finan­zielle Fragen klären darf, wenn Sie es nicht mehr können.

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Regen sie Gedanken zur Vorsorge an
Dazu sollten Sie sich Zeit nehmen. Lassen Sie sich nicht abschrecken von der Flut der Infor­ma­tionen und dem Aufwand der Beratung. Sprechen Sie mit den Menschen Ihres Vertrauens, die sicher auch Zeit brauchen, um sich mit dem Gedanken an Ihren Tod ausein­ander zu setzen und sich vielleicht erst mal überfordert fühlen. Haben Sie Nachsicht mit dem möglichen Schreck Ihrer Kinder, Enkel oder anderen nahen Famili­en­an­ge­hö­rigen. Regen sie auch bei diesen Menschen den Gedanken zur Vorsorge an, denn das ist keine Frage des Alters.

Mehr Licht” waren Goethes letzte Worte. Bringen Sie mehr Licht in Ihr Umfeld und sorgen Sie für Ihr gutes, selbst­be­stimmtes Lebensende.

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